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Presse

Ärzte Zeitung, 24.09.2008

 
 

Schule Aktuell

Immer mehr Kinder besuchen Privatschulen

Privatschulen liegen bei Schülern und Eltern voll im Trend. Allgemeinbildende Schulen hingegen verzeichnen in Deutschland zunehmend sinkende Schülerzahlen.

Von Karl-Kurt Weber Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat im vergangenen Jahr eine Studie veröffentlicht, die keinen Zweifel lässt: Schulen in freier Trägerschaft unterrichten danach häufig erfolgreicher als ihre staatlichen Pendants. In zwölf Bundesländern liegen danach die jeweiligen Anteile der Hochschulzugangsberechtigten aus Privatschulen um mindestens zehn Prozentpunkte über der Abiturientenquote staatlicher Schulen.

Der Verband deutscher Privatschulverbände (VdP) beschreibt die Vorteile dieser Schulen so: Ein nur vom Staat gestaltetes einheitliches Schulwesen stünde im Widerspruch zu unserer pluralistischen Gesellschaft. Schüler hätten unterschiedlichen Anlagen, Neigungen und Berufswünsche. Je differenzierter das Schulwesen auf diese Unterschiede eingehen könne, desto größer werde der Bildungserfolg sein. "Es ist das Recht der Eltern und Jugendlichen, unter verschiedenen Schulprofilen dasjenige auszuwählen, das ihren individuellen Vorstellungen am besten entspricht", so der VdP.

Freie Schulen mit ihren differenzierten pädagogischen, weltanschaulichen und an den Bedürfnissen der Schüler orientierten Profilen können hier ein besonders differenziertes Angebot machen.

Viele allgemeinbildende Privatschulen haben bestimmte Schwerpunkte, zum Beispiel im musischen oder fremdsprachlichen Bereich. Spezielle pädagogische Konzepte finden sich vor allem an freien Schulen, genau so wie die Vermittlung klarer Werte und Orientierungen. Ersatzschulen, die sich an den staatlichen Lehrplänen orientieren müssen, sehen diese in der Regel nur als Mindestvoraussetzung an und gehen in ihrem Unterrichtsangebot häufig weit über die staatlichen Vorgaben hinaus. Außerschulische Projekte sind an vielen Privatschulen ebenso selbstverständlich wie soziales Engagement der Schüler und ein gutes Miteinander von Lehrern, Eltern und Schülern, so der VdP.

Soziales Engagement wird gezielt gefördert.

In Deutschland gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schuljahr 2006/07 rund 4700 Privatschulen. Sie unterteilen sich in rund 2900 allgemeinbildende und 1850 berufsbildende Schulen. Das entspricht 7,9 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen in Deutschland oder 21 Prozent aller berufsbildenden Schulen.

Im Schuljahr 2006/07 besuchten 656 186 Schüler (sieben Prozent) eine allgemein bildende Privatschule in Deutschland, 235 707 (8,5 Prozent) eine berufsbildende Schule.

Obwohl die Zahl der Privatschulen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, liegt Deutschland damit immer noch weit hinter den meisten europäischen Nachbarländern zurück. In Dänemark etwa besuchten nach Angaben der Europäischen Union im Schuljahr 2001/02 bereits 11,1 Prozent der Schüler eine allgemeinbildende Privatschule in freier Trägerschaft, in Frankreich 21 Prozent und in den Niederlanden sogar 76,3 Prozent.

Der Staat besitzt in Deutschland weder ein Monopol in Bildungs- und Erziehungsfragen noch ein Schulmonopol. Artikel 7, Absatz 4 des Grundgesetzes besagt: "Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet." Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Privatschulen haben grundsätzlich zwei Einnahmequellen: Einen staatlichen Finanzausgleich und das Schulgeld der Eltern oder Schüler. Nur Ersatzschulen erhalten einen Finanzausgleich vom Staat.

Deutsche Privatschulen erleben starken Zuspruch von Eltern und SchülernImmer mehr Schüler in Deutschland besuchen eine Schule in freier Trägerschaft. Der Wachstumstrend im Bereich der privaten Bildungseinrichtungen scheint ungebrochen. Von Karla Altenburg

Knapp acht Prozent aller Schüler in Deutschland gehen an eine Privatschule. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts waren im Schuljahr 2007/2008 insgesamt 674 892 Schüler an einer allgemein bildenden und 237 408 an einer berufsbildenden Schule in freier Trägerschaft angemeldet. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft: Knapp 5000 freie Schulen zählte das Statistische Bundesamt in Deutschland - im Vergleich zum Vorjahr sind das rund fünf Prozent mehr.Der deutlichste Anstieg ist im Bereich der allgemein bildenden Schulen zu verzeichnen: Insgesamt 153 Neuzugänge vermeldet die Statistik, davon allein 66 Grundschulen.

Wunsch der Eltern nach mehr Alternativen

"Der große Zuwachs an Privatschulen verdeutlicht das steigende Interesse an freier Bildung", sagt die Bundesgeschäftsführerin des Verbands Deutscher Privatschulverbände (VDP), Julia Schier über die Ergebnisse. Die aktuelle Statistik spiegele den Elternwunsch nach mehr Alternativen und Pluralität im Schulsystem wider. "Viele Eltern wünschen sich eine größere Vielfalt und vor allem eine persönlichere Förderung ihrer Kinder", so Schier. Besonders an freien Schulen würden neue Wege beschritten werden. "Damit gibt es die Möglichkeit, individuell auf die Kinder einzugehen."Der VDP vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich. Auch private Fachhochschulen und Hochschulen werden von dem 1901 gegründeten Verband vertreten. Er bindet seine Mitglieder nicht weltanschaulich, konfessionell oder parteilich. Der VDP gehört zu der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen, in der auch die beiden konfessionellen Privatschulverbände, der Bund der freien Waldorfschulen sowie die Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime vertreten ist.Obwohl die Nachfrage zu den Alternativen im staatlichen Schulsystem steige, sieht Schier vom VDP den Trend an einer anderen Stelle: "Der eigentliche Boom spielt sich derzeit noch auf den Wartelisten ab." Denn die Gründung einer Schule in freier Trägerschaft sei wegen bürokratischer und finanzieller Hürden weiterhin schwer. "Daher hinkt in Deutschland das Angebot der Nachfrage hinterher."

Mehr Geld und weniger bürokratische Hürden

Um allen Kindern - ungeachtet der finanziellen Hintergründe der Eltern - den Zugang zu freien Schulen zu ermöglichen, fordert der Verband mehr finanzielle Hilfen für freie Schulen. "Nur so können die Schulgelder sozial verträglich gestaltet werden", sagt Schier. Außerdem fordert die Geschäftsführerin des Verbandes weniger Hindernisse für Schulgründer - sei es für konfessionelle Schulen oder bei freien Waldorfschulen.Da es einen deutlichen Anstieg an Privatschulen gebe, sieht sich Schier in ihrer Arbeit bestätigt. "Wir gehen davon aus, dass der Wachstumstrend bei freien Schulen auch in Zukunft anhalten wird."Ein Grund für den Boom der Privatschulen kann sich aus der Unzufriedenheit mit dem staatlichen Bildungswesen ableiten, den Meinungsforscher festgestellt haben. Das Ansehen habe gelitten, nicht erst seit dem Pisa-Schock in den vergangenen Jahren, so die Forscher.Allerdings ist nicht bewiesen, ob Schüler in privater Obhut tatsächlich besser lernen. Studien weisen eher darauf hin, dass der Bildungserfolg nicht größer ist als an öffentlichen Schulen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sich die Schülerschaft ähnlich zusammensetzt. Doch hier sind die Privatschulen oft im Vorteil: Sie werden vor allem von Kindern aus bildungsnahen Familien besucht.

Quelle: Ärzte Zeitung, 11.02.2009

Hopsten. Eine große Typisierungsaktion gab es jetzt an der Hüberts‘schen Schule. Die Idee dazu kam aus dem Biologieunterricht von Petra Köstler in der Jahrgangsstufe 12 der gymnasialen Oberstufe. Dort wurde das Thema Genetik, Blut und Blutspende behandelt. Die Blutspende sei zwar vielen Schülern bekannt gewesen, die Möglichkeit der Stammzellenspende kannten hingegen nur wenige, teilt die Schule mit.

Jeder hat seine persönliche Erwartungshaltung und jeder seine beruflichen Ziele. Am Freitagnachmittag zeichnete Freude, Stolz und Zufriedenheit die Gesichter der Schüler der Hüberts‘schen Schule. Alle 82 Schüler haben den schulischen Teil der Allgemeinen Fachhochschulreife erlangt. Mit dem Fachabitur in der Tasche wagen viele den Schritt in die Arbeitswelt, beginnen eine Ausbildung, ein Praktikum, einige, um später zu studieren. Fünf Mitschüler bleiben an der Hüberts‘schen Schule, um das Vollabitur zu machen.

119 Schüler der Hüberts`schen Schule hatten am Freitag morgen allen Grund zur Freude. Sie hatten eine weitere Stufe ihres Lebens mit Erfolg genommen. „Mit der bestandenen Abiturprüfung haben Sie eine Weichenstellung vorgenommen, die Ihnen alle Möglichkeit offen lässt“, sagte Schulleiter Alfons Ahlers der Abiturientia im Festsaal einer Beestener Gaststätte. 97 Abiturienten hatten den betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt, 22 den fremdsprachlichen gesetzt. Elf von den 119 Abiturienten hatten mit einem Durchschnitt besser als 2,0 abgeschnitten. Schulbeste wurde Alexandra Bohnen aus Spelle und Chris Postmeier aus Ibbenbüren, die beide einen Notendurchschnitt von 1,5 erreichten. Sie wurden mit Präsenten geehrt.

Bauarbeiten an der Schule. Was für viele Schüler und Lehrer während der Unterrichtszeiten ein Unding wäre, ist an der Hüberts‘schen Schule in Hopsten fast schon Alltag. Seit 1999 gab es nahezu jährlich Um- und Anbaumaßnahmen. In dieser Zeit entstanden 13 neue Klassenräume, ein erweitertes Lehrerzimmer, dazugehörige Treppenhäuser. Das Dach wurde saniert, die Blitzschutzanlage erneuert und ein Parkplatz für Schüler errichtet. Trotzdem sind jetzt wieder Baufahrzeuge und Baustellenzäune Teil des alltäglichen Schulbildes. Zwischen Realschule und Hüberts‘scher Schule entstehen aktuell vier Räume und ein neuer Toilettentrakt mit einer Gesamtfläche von 283,66 Quadratmetern.

Jedes Jahr bieten die Krankenkassen vor Ort ein Bewerbungstraining an. „Das Angebot nehmen wir gerne an“, so Jürgen Eiter, stellvertretender Schulleiter der Hüberts‘schen Schule. „Unsere Schüler wissen, dass neben guten schulischen Leistungen und korrekten Bewerbungsunterlagen auch ein gut geführtes Vorstellungsgespräch im Kampf um einen Ausbildungsplatz entscheidend sein kann“, betonte er.

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