-sch- Hopsten. Die Theater- AG der Hübertsschen Schule beschäftigte in zweieinhalb Stunden in der Aula des Schulzentrums mit ihrem Stück "Dinner for one - Killer for five" fast alle Sinne der Zuschauer. Eine sehr gelungene Premiere vor ausverkauftem Haus. Rund 200 Besucher zeigten durch Zwischenapplaus und häufiges Gelächter, dass sie von den schauspielerischen Leistungen der Darsteller, von deren Wortwitz und vom Humor begeistert waren.

Das Stück von Michael Koglin basiert auf einem der bekanntesten Sketche, der weltweit im Fernsehen immer an Silvester ausgestrahlt wird: Miss Sophie feiert auf ihrem Landsitz ihren 90. Geburtstag mit besonderen Gästen: Sir Toby Winslow, Admiral Gero von Schneider, Mr. Archibald Pommeroy und Mr. Winfried Winterbottom. Doch da diese Herren vor mehr als 25 Jahren auf mysteriöse Art und Weise gestorben sind, schlüpft Butler James in die Rolle der Gäste und muss mit dem Geburtstagskind anstoßen.

arum Miss Sophie allein am Tisch sitzt, enthüllt die unterhaltsame Aufführung, deren Textbuch Anja Arens-Fischer, Germanistin an der Hüberts'schen Schule, geschrieben hat. Imke Allerbeck spielt die feine englische Lady Miss Sophie, die gar nicht zimperlich ist, wenn es um die Beseitigung englischer Herren geht. Gemeinsam mit Doris Bregen-Meiners und Claudia Voigt teilte sich Arens-Fischer die pädagogische Leitung der Aufführung. "Bis vorige Woche haben wir bei den Proben immer wieder Dialoge verändert, damit sie mehr Pep und Witz haben." Das sei harte Arbeit gewesen. "Die Darsteller sind echte Persönlichkeiten, die ein hohes Maß an Qualität und Engagement bewiesen haben", so Arens-Fischer.

Es ist fast unglaublich, welche Abgründe sich während der Handlung auftun: Wer rechnet schon damit, dass sich hinter dem guten Butler James (Jens Wiethaup) ein eifersüchtiger Verehrer von Miss Sophie verbirgt? "Der spielt den Butler ganz professionell, genauso wie er gespielt werden muss", lobte ein ausgebildeter Schauspieler im Publikum. Überhaupt werde die Theater AG von Jahr zu Jahr besser, so Fritz Gleim, der die siebte Aufführung der Schule verfolgte. Frank Twiehaus parodierte als Chefinspektor DeCraven ein wenig den berühmten Sherlock Holmes. Im Stück heißt sein Gehilfe Constabler Oggerty (Juliane Beckmann). Aufgrund seiner Ermittlungen gelangt DeCraven zur Auffassung, dass der Butler und Miss Sophie sehr mörderisch zu Werke gehen - sich zu seinem Leidwesen aber immer wieder gegenseitig decken.

ie Todesarten von Miss Sophies Verehrern sind drastisch. Wer kommt schon auf die Idee, den Heiratsschwindler Sir Toby Winslow mit einem Dartpfeil ins Jenseits zu befördern oder Admiral Gero von Schneider gar mit einem Panzer oder einer gut gezielten Polokugel aus dem Weg zu räumen? Der homosexuelle Mr. Pommeroy (Stefanie Remke) kann ebenfalls nicht mehr Miss Sophie heiraten und damit einen guten Leumund erwerben. Er stirbt durch ein Haifischgebiss. Der Fachmann für Okkultes Mr. Witterbottom (Inga Hohnhorst) verrottet schließlich in einem Moorloch. Doch vor seinem Ableben verrät er unfreiwillig noch, wie sich das Mörderpärchen mit den nicht zur Ruhe kommenden Geistern auf dem Landsitz versöhnen könne. "Jeder verstorbene Verehrer erhält einen Stuhl am Tisch seines "Herzens" und darum heißt es seit 50 Jahren beim Geburtstag von Miss Sophie "The same procedure as every year."

Wer ist aber der fünfte Tote, wie der Titel der Aufführung verspricht? Der gestreifte Tiger über den Butler James stolpert? Das Geheimnis lüftet sich erneut am kommenden Samstag. Dann hebt sich der Vorhang nochmals um 19.30 Uhr in der Schulaula. 140 Karten seien bereits im Vorverkauf abgesetzt, freuten sich die Darsteller. Unter Leitung von Doris Bregen-Meiners haben die Darsteller auch die Kulissen selbst gebaut, Plakate gemalt, Kostüme kreiert und für Requisiten gesorgt.

Erwähnenswert ist die Nebenrolle von Lars Hohnhorst, der als Miss Ruth immer wieder Sonderapplaus bekam. Rund 38 Mitwirkende hat das Ensemble. Sogar zwei Statisten aus der Ketteler-Realschule waren dabei. Christine Klausing und Theresa Klostermann durften als Tiere im Zoo mit dabei sein.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung (27.01.2007)

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