-ola- Hopsten. Ein neues Konzept für eine mögliche Nachfolgenutzung des Bernhard-Otte-Hauses in Hopsten ist im Gespräch. Dirk Köster und Mike Oliver Krug legten einen Entwurf vor. Dieser sieht vor, das Bildungsprofil des Hopstener Bernhard-Otte-Hauses soweit wie möglich zu erhalten. Ferner sei an die Neugründung und den schrittweisen Aufbau eines Internats mit bundesweiter oder auch internationaler Ausrichtung in enger Zusammenarbeit mit der Hübertsschen Schule gedacht.

Dirk Köster ist Lehrer an der Hübertsschen Schule in Hopsten, Mike Oliver Krug ist Diplom-Kaufmann aus Bad Laasphe. Die beiden bekunden Interesse, das Haus in einer freien Trägerschaft in Form einer GmbH weiterzuführen. Sie wollen sich mit dem Projekt selbstständig machen. "Die Gruppen, die das Haus bislang für Tagungen genutzt haben, könnten demnach auch weiterhin kommen", erläutert Köster. Ferner wolle man sich um weitere Tagungsgäste bemühen. Das zweite Standbein des Konzepts sei der Aufbau eines Internats.
Der Hübertsschen Schule und den beiden anderen Hopstener Schulen könnte dadurch neues Schülerpotenzial erschlossen werden, heißt es in dem Entwurf, der unserer Zeitung vorliegt. Ferner könne man der Real- und Hauptschule eine "etwaige pädagogische Ganztagsbetreuung einschließlich Schul-essen durch die Mensa des Bernhard-Otte-Hauses" anbieten. Bei den Aulen des kleineren Hauses 2 sieht das Konzept Unterrichtsräume für die Hübertssche Schule vor. Eine solche Nutzung könnte sich auch Alfons Ahlers vorstellen, bestätigt der Schulleiter auf Anfrage. Die Trägerschaft eines Internats und des Bildungsangebotes im BOH könne die Schule aber nicht übernehmen.

Die Gründung einer GmbH als freier Träger des Hauses sei finanziell kein Problem, sagt Köster. Die bisherige 75-prozentige Auslastung sei eine gute Voraussetzung. Die Preise für die Übernachtung müssten aber wahrscheinlich erhöht werden. Für eine genaue Marktanalyse benötige man allerdings noch weiteres Zahlenmaterial. Die Zahlen hätten sie gerade erst von der Kirchengemeinde erhalten, so Köster.

Auf Grundlage dieser Daten werde die mögliche Umsetzung des Konzepts nun geprüft. Zudem warteten die Interessenten jetzt auf ein Signal der Kirchengemeinde. "Das grobe Konzept haben wir dem Kirchenvorstand bereits Mitte August vorgestellt", so Köster. In dieser Woche gaben sie den Konzeptentwurf auch an Hopstens Bürgermeister Winfried Pohlmann weiter.

Hopstens Pfarrer Johannes Söntgerath wollte dieses Konzept nicht öffentlich kommentieren. Die Kirchengemeinde St. Georg sei gerade in Verhandlungen mit einem anderen Interessenten, sagte Söntgerath mit Blick auf die Nachfolgenutzung des Hauses. "Diese Verhandlungen haben für uns absolute Priorität", betont der Pfarrer. Die Kirchengemeinde ist Besitzer des Bernhard-Otte-Hauses. Zu Details bei den aktuellen Verhandlungen wolle er sich nicht äußern. Man sei auf einem positiven Weg. Das sollte man abwarten. Dem Vernehmen nach soll es sich bei der von der Kirchengemeinde favorisierten Nachfolgenutzung des BOH um eine Form von betreutem Wohnen handeln. Söntgerath teilte mit, dass der Gemeinderat dafür einer Nutzungsänderung zustimmen müsse. Da sei auch der Rat jetzt am Zug.

"Die Nachfolgenutzung ist in erster Linie die Angelegenheit der Kirchengemeinde", sagte Bürgermeister Pohlmann auf Anfrage. Aber auch für die politische Gemeinde sei es wichtig, was für eine Lösung für das BOH gefunden werde. Das Konzept "Bildungsforum und Internat" leite er jetzt an die Fraktionsvorsitzenden weiter.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung (26.10.2006)

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