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Skifreizeiten und Sprachreisen

Mehr als nur Spaß auf der Piste oder in Barcelona

Eine Skifreizeit oder eine Sprachreise – in vielen Schulen gehören diese Reisen fest zum Lehrplan. Dahinter steckt aber mehr als einfach nur Spaß für Schülerinnen und Schüler. Was das ist, haben die Jugendlichen und ihre Lehrer erklärt.

Von Julia Kolmer, IVZ
Dienstag, 10.03.2026

Gemeinsam mit den Klassenkameraden durch Barcelona flanieren oder zusammen die Pisten hinunterrauschen gehört natürlich zu den Klassen- und Kursfahrten fest dazu. Aber es steckt noch mehr dahinter, wenn sich die Schülerinnen und Schüler der Hüberts‘schen Schule gemeinsam auf den Weg gen Süden machen. Denn auch, wenn der Spaß dabei nicht zu kurz kommt – Sprachreise und Skifreizeit haben noch andere Ziele.
Bei der Fahrt nach Barcelona ist das Ziel offensichtlicher: Sprache und Kultur kennenlernen. Dorthin fahren die Schüler der Jahrgangsstufe 12, die den Zweig des beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Fremdsprachen besuchen. „Der Fokus liegt auf der Sprache und darauf, sich zu verständigen“, erzählt Fynn Schreier, einer der Schüler. So mussten sie bei einer Stadtralley mit den „Locals“, also den Einheimischen, ins Gespräch kommen. Zwar seien er und seine Freunde dabei an eine Gruppe aus Kasachstan geraten und hätten statt Spanisch Englisch gebraucht, sagt er. Aber das sei ja auch eine Fremdsprache, schiebt er schmunzelnd nach. Und trauen, in einer anderen Sprache zu sprechen, mussten sie sich dann ja auch.

Sie hätten aber auch immer wieder versucht, sich auf Spanisch zu verständigen, ergänzt seine Mitschülerin Verena Beermann. Zum Beispiel am letzten Abend, als alle Klassen zusammen im Restaurant waren. „Wir haben viel Zeit gemeinsam verbracht“, erzählt sie. Und damit auch ihre Stufenkameraden kennengelernt, mit denen sie sonst nicht so viel zu tun gehabt haben. Auch beim Sightseeing sei das so gewesen. „Wir haben mega viele Sehenswürdigkeiten gesehen“, sagt Verena. „Das ist auch der Sinn und Zweck“, ergänzt ihre Lehrerin Jasmin Hohof: „Kultur und Land erleben.“
Darauf lag der Fokus bei den beiden Skifreizeiten deutlich weniger. Als Pendant zu der Sprachreise nach Spanien in der Jahrgangsstufe 12 fahren die Schülerinnen und Schüler, die Sportabi machen, in die Berge des Zillertals und probieren sich auf Skiern aus. Auch für die Siebtklässler geht es in den Schnee, allerdings im Sauerland.
„Ein paar Freunde, die besser fahren können, haben uns geholfen.“
Caroline Senkter

Nur drei von ihnen haben vorher schon einmal auf Skiern gestanden, blickt Jano Schäfer auf seine Stufe 7. Aber nach den drei Tagen kamen er und seine Mitschüler allesamt Pisten hinunter. „Das hat Spaß gemacht“, sagt er. „Ich fand es sehr schön, dass ich einige Male die blaue Piste fahren konnte“, sagt auch Isabell Opitz. „Das war cool.“ Darum gehe es auch, sagt Lehrerin Alena Hagemann. Darum, dass die Kinder nicht nur eine neue Sportart lernen, sondern auch um das Erfolgserlebnis. Denn die Schüler seien richtig stolz, wenn sie die Piste bewältigt haben.
Ein Gefühl, das Mala Greis und Caroline Sentker aus der 12. Stufe kennen. Sie hatten noch nicht viel Erfahrung im Skifahren, als es Richtung Zillertal ging. Und auch sie hatten schnell Erfolgserlebnisse, als sie die ersten Pisten gemeistert hatten. Geholfen haben dabei nicht nur die Skilehrer, sondern auch ihre Mitschüler. „Nachmittags durften wir Pisten alleine fahren“, sagt Mala. „Ein oder zwei aus der höheren Gruppe sind mit uns runtergefahren. Das war ein großer Lerneffekt.“ Da stimmt ihr Caroline zu. Begleitet von ein paar Freunden, die besser fahren, sei die Nervosität, sich ohne Lehrer an die Pisten zu wagen, nicht mehr so groß. „Man brauchte Geduld, bis es klappt“, sagt sie. „Wenn es geklappt hat, war es aber sehr cool.“

Dass die Schüler mit mehr Erfahrung den anderen helfen, das sei auch der Plan, erläutert Lehrer Thomas Feldkämper. Denn zum Sportabi an der Hüberts‘schen Schule gehört es nicht nur, selbst Sport zu machen. Auch, andere beim Sport zu betreuen, zu trainieren oder zu unterrichten, ist Teil des Lehrplans. Und da passt es gut ins Konzept, wenn die fortgeschritteneren Schülerinnen und Schüler die anderen auf der Piste begleiten und helfen.

Einen so nicht geplanten Nebeneffekt hatte die Skifreizeit auch noch, berichtet Mala. Nicht nur haben sie viel Zeit draußen verbracht, abends saßen sie mit den anderen aus ihrer Jahrgangsstufe zusammen. „Normalerweise habe ich eine Bildschirmzeit von drei Stunden“, sagt sie. Anders während der Skifreizeit. „An einem Tag waren es 59 Minuten. Das war krass.“ Das war aber nicht nur im Schnee so. Weniger Bildschirmzeit, die hatten sie auch in Barcelona, ergänzt Fynn. „Und 60 Prozent davon war die Kamera-App.“ Denn auch, wenn die Fahrten einen pädagogischen Nutzen haben – Spaß machen sie den Jugendlichen auf jeden Fall auch.