-sch- Hopsten. Vor drei Jahren haben sie sich an der Hübertsschen Schule angemeldet. Am Samstag wurden den 101 Schülerinnen und Schülern das Abiturzeugnis ausgehändigt. 81 davon haben ihr Abitur mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt und 20 mit fremdsprachlichem Schwerpunkt absolviert.

Es sei nicht so sehr das Wissen, dass ihnen hier vermittelt wurde, nein es seien die Werte, die hier gelebt werden und die die Persönlichkeit formen, befand der Schulpflegschaftsvorsitzende Manfred Jansen. "Das ist es, was uns allen, den Abiturienten und den Eltern, auch im Nachhinein Recht gibt, uns damals für diese Schule entschieden zu ha-ben. Man darf mit Fug und Recht sagen: Schulleitung und Kollegium haben einen sehr guten Job gemacht." Dieses dicke Lob unterstützte die Festgemeinde in der Aula des Schulzentrums mit kräftigem Applaus. Alle Redner der Feier wünschten den Abiturienten viel Erfolg auf ihrem weiteren Lebensweg.

Die Abiturfeier begann mit einem ökumenischen Gottesdienst zum Thema "Nutze deine Trümpfe, um dein Lebensziel zu erreichen". Mitgestaltet wurde er von den Pfarrern Peter van Briel und Torsten Harenberg und einem Schülerteam mit ihrer Religionslehrerin Hildegard Bäumer. Nach einem Sektempfang auf dem Schulhof begrüßte Oberstudiendirektor Alfons Ahlers als Ehrengäste den Bürgermeister der Gemeinde Hopsten, die Schulleiter der Hopstener und benachbarten Schulen und die kirchlichen Vertreter. Bürgermeister Winfried Pohlmann überbrachte die Glückwünsche des Rates und der Verwaltung.

Der diesjährige Abiturjahrgang sei sehr leistungsstark gewesen, sagte Ahlers in seiner Ansprache. In diesem Jahr hätten acht Schüler besser als mit der Gesamtdurchschnittsnote "gut" abgeschnitten. Schulbester wurde Andreas Overberg aus Hopsten mit einem Notendurchschnitt von 1,4. Dorothee Herbers aus Beesten und Andreas Heeke aus Halverde sowie Fabian Klaas Lingen erzielten den Notendurchschnitt von 1,9, Brigitta Varel aus Lingen einen von 1,7, Marion Müller aus Recke, Tobias Holterhues aus Messingen und Konstantin Pasche aus Hopsten erreichten einen Schnitt von 1,6.

Ahlers legte in seiner Ansprache die Finger in die Wunden der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft, die in großen Teilen Werte, Normen, Orientierungsmarken und Maßstäbe verloren zu haben scheine. "Was wir heute brauchen, sind Menschen, die über einen Wertevorrat verfügen, denn ohne ein Mindestmaß gemeinsamer Werte ist kein gesellschaftlicher Konsens mehr möglich, und ohne feste Verwurzelung sind wir dem Wind jeder Tagesparole ausgeliefert", so Ahlers. So wie er die Abiturienten kennen gelernt habe, habe er jedoch das Gefühl, dass der angesprochene Werteverlust, die Wurzellosigkeit, bei ihnen nicht gegeben ist, konstatierte Ahlers. Dies sei auch den Eltern zu danken, denn 90 Prozent der Erziehung werde im Elternhaus geleistet.

Schülersprecher Andreas Heeke ließ Vergangenes Revue passieren und wagte einen Blick in die Zukunft. "Neben Faktenwissen für die eigene Allgemeinbildung scheint mir wichtig, dass wir Methoden kennen gelernt haben, wie man Quellen erschließt oder wie man kritisch einen Sachverhalt unter verschiedenen Aspekten betrachten kann." Er wünschte sich, alle Mitschüler beim Jahrgangsstufentreffen wiederzusehen.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung (12.06.2006)

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