Präparationskursus an der Hüberts‘schen Schule

34 Schülerinnen und Schüler der Hüberts’schen Schule nahmen an einem Präparationskursus teil und untersuchten verschiedene Organe eines Schweins. „So etwas live zu sehen, ist noch einmal eine ganz andere Erfahrung“, sagt Mandy Knoll, eine der drei begleitenden Pädagogen.

2022 Bio RS 01
Nieren präparieren, stand unter anderem auf dem Plan des zweiteiligen Präparationskurses an der Hüberts’schen Schule. | Foto: privat

Jedermanns Sache ist das ganz bestimmt nicht, wofür jetzt 34 Schüler der Hüberts‘schen Schule freiwillig und noch dazu mit Begeisterung gleich zwei Freitagnachmittage geopfert haben: Sie haben an einem Präparationskursus teilgenommen und dabei verschiedene innere Organe eines Schweins untersucht.

Mit dabei waren auch Ben Albers und Fabienne Frese aus der Realschule. Beide haben Spaß an Biologie und das Fach als viertes Hauptfach gewählt. Ben hat schon einmal bei einem Nachbarn Einblick in die Fleischherstellung bekommen und wollte die Sache gerne noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Fabienne möchte Tierärztin werden und wollte schauen, ob sie ein Tier aufschneiden könnte. Ergebnis: Keiner von beiden hat sich geekelt, sondern war eher fasziniert – von den Organen selbst und von der vorsichtigen Arbeit mit superscharfen Skalpellen.

„Es kostet Überwindung, ein Organ anzufassen – auch mit Handschuhen.“ - Katharina Diestel

An dem Kursus teilnehmen durften die Klassen sieben bis neun der Hüberts‘schen Realschule und die Bio-Leistungskurse der Jahrgangsstufen 11 und 12. Betreut wurden sie von den Biologie-Lehrern Katharina Diestel, Mandy Knoll und Michael Engbert. Die Organe – von einem Schwein, das übrigens nicht extra für die Hüberts‘sche Schule geschlachtet wurde – hat die Fleischerei Meyer kostenlos zur Verfügung gestellt: Herzen, Lungen, Augen und Nieren – Schlachtabfälle.

Die drei Lehrer sorgten zunächst für das Grundwissen über das jeweilige Organ mit seiner Anatomie und Funktionsweise. Anschließend arbeiteten die Schüler in Kleingruppen. Pro Organ waren ein Arbeitsauftrag und ein Experiment vorgegeben. So haben die Schüler etwa die Lungen mit einem Blasebalg aufgepustet und pulverisierte farbige Kreide hineingeblasen. So konnten sie beim Aufschneiden des Organs sehen, wie sich Stoffe darin verteilen. Die Schweineaugen haben sie so freipräpariert, dass sie selbst durch die Linse schauen konnten. Die Linsen wurden auf einen einlaminierten Text gelegt und die Vergrößerungswirkung beobachtet.

2022 Bio RS 02
In diesen Lungenflügel haben die Schüler zerriebene farbige Kreide eingeblasen, die später beim Aufschneiden der Lunge zeigte, wie sich Stoffe in dem Organ verteilen.

Fabienne und Ben fanden die Experimente ziemlich cool. Und zum Teil überraschend. Ben etwa hatte sich den Aufbau eines Auges etwas anders vorgestellt, Fabienne war überrascht, wie weich eine Niere ist. Beide Realschüler würden nun gern einmal sehen, wie ein ganzes Schwein von innen aussieht.

„Die Schüler waren begeistert“, berichtet Michael Engbert. Selbst wenn mal jemand einen Tropfen Blut abbekommen habe, habe sich niemand geekelt. Schon, als es galt, ein Schweineauge aus der Präparationsschale zu nehmen, habe das viele zunächst Überwindung gekostet, sagt Katharina Diestel. „So etwas live zu sehen, ist noch einmal eine ganz andere Erfahrung“, sagt Mandy Knoll. „Die Schüler lernen dabei, ohne es zu merken – das macht mir besonders Spaß.“ Der Kursus war ein voller Erfolg und wird sicherlich irgendwann wiederholt. Abgesehen davon, dass im Unterrichtsalltag für so etwas sowieso keine Zeit wäre, hat sich aber auch der freiwillige Zugang bewährt. Denn, es ist nun einmal nicht jedermanns Sache, Organe aufzuschneiden.

Quelle: IVZ Online, Anke Beiing, vom 20.06.2022. URL: https://www2.ivz-aktuell.de/articles/187971/hopsten/familie-bildung/pruefung-auf-herz-und-nieren (Zugriff am 22.06.2022)

 

 

Zum Seitenanfang