Schüler initiieren Klimademonstration an der Hüberts’schen Schule: Mehr als 1000 Schüler, Lehrer, Eltern und weitere Hopstener haben am Freitagvormittag für den Klimaschutz demonstriert. Geschwänzt werden musste dafür aber nicht, betonten die Organisatoren.

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Weit über Tausend Schüler, Eltern, Lehrer und Bewohner von Hopsten gingen am Weltklimatag auf die Straße. Foto: Hannah Dürken

Laute Sirenen schallen durchs Dorf. Parolen werden durch Megafone gerufen. Trillerpfeifen ertönen. „Fridays for Future“-Rufe und Sprechgesänge klingen durch die Straßen. Trommeln verbreiten eine Stimmung wie im Stadion. Der Hopstener Ortskern verwandelt sich in einen Schilderwald: „There is no planet B“ („Es gibt keinen Planeten B.“), „Umweltschutz statt Kohlenschmutz“, „Ihr habt verschlafen, wir sind die Wecker.“ Und wirklich, nach der lautstarken Demonstration von weit mehr als Tausend Schülern der Hüberts‘schen Schule dürfte an diesem Freitagmorgen in Hopsten keiner mehr geschlafen haben.

Den Weltklimatag nahm die Gruppe „Hübis for Change“ gemeinsam mit zahlreichen, überzeugten Mitschülern zum Anlass, um dem ganzen Dorf zu zeigen: „Klimaschutz ist uns wichtig, wir wollen etwas verändern“, wie es schon im Aufruf zur Demonstration hieß. Diesem folgten aber nicht nur Schüler, sondern auch Eltern und Bürger aus Hopsten schlossen sich der drei Kilometer langen Wanderung durch den Ortskern an. Jubelnde Bewohner am Straßenrand und an den Fenstern machten deutlich: „Hopsten steht hinter euch.“

Ebenso unterstützten auch mehr als 50 Lehrer die Aktion ihrer Schützlinge tatkräftig. „Hübis for Change repräsentiert die wichtigsten Werte. Wir machen das mit euch zusammen“, versicherte Lehrerin Bettina Wening. Kollegin Kirsten Stampa sagte: „Für mich ist das gelebter Unterricht.“
Dass der reguläre Schulunterricht wegen der Demonstration nur die zweite Geige spielen konnte, sah Anja Arens-Fischer an diesem Tag nicht so eng: „Lernen findet nicht nur im Klassenraum statt.“ Durch die Organisation der Aktion, das Schreiben und Einüben der Reden, beim Gestalten der Plakate und mit jedem Weg zur Gemeinde, hätten die Schüler einiges gelernt. Außerdem würden die Schüler hinterher ihre Freizeit opfern, um die versäumten Unterrichtsinhalte als Hausaufgaben nachzuholen.

So sei die Aktion von der Schule abgesegnet und werde von ihr unterstützt. „Wir schwänzen also nicht und machen das hier mit gutem Gewissen“, erklärte Louis Terheiden. „Hübis for Change“ hebe sich dadurch von der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung ab. Auch gehe es den Organisatoren nicht darum, „zu sagen, was grade in der Politik nicht richtig läuft, sondern dass die Hüberts’sche Schule sich selbst weiterentwickeln muss“, betonte Silvia Maller. Lia Wiermann erklärte: „Wir wollen die Fehler nicht bei anderen suchen, sondern als erstes bei uns selbst.“

In der abschließenden Kundgebung machte sie deshalb darauf aufmerksam, dass jeder einzelne etwas in seinem Alltag verändern könne, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Yannick Hasenclever nannte dafür Vorschläge, wie mit dem Bus anstelle des Autos zu fahren oder Mehrwegflaschen zu benutzen. „Jeder kann zum Fleischer gehen, bei dem die Produkte aus der Region kommen und die Tiere in einer artgerechten Haltung gelebt haben“, ergänzte Konrad Guhe. „Denkt über alle eure Entscheidungen nach, denn es ist euer Planet und eure Zukunft“ fasste Anna Weber den Appell der Gruppe zusammen.

Wie Louis Terheiden betonte, wollten die Schüler jetzt etwas bewegen. „Nach dem, was hier heute passiert ist, bin ich mir sicher, dass es sehr bald nachhaltige Veränderungen geben wird.“

Das machten die Schüler der GO18a gleich vor und pflanzten einen Baum auf dem Schulgelände. Das stolze Orga-Team hielt fest: „Das heute soll keine einmalige Sache, sondern ein Startpunkt sein.“

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Quelle: IVZ Online vom 21.09.2019 (URL: https://www.ivz-aktuell.de/Lokales/7599537/Klimaprotest-ohne-Schwaenzen, Zugriff am 25.09.2019)

 

 

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