Es ist ruhig geworden im Bus. Die meisten schauen wortlos aus dem Fenster, einige hören Musik, andere schlafen. Der Tag hat früh angefangen. Und er war anstrengend. Auf der Rückfahrt von Bonn nach Hopsten ist die Luft raus - bei Schülern, Lehrern, bei allen.


Ein wenig wirkt auch das Erlebte noch nach. Der Geschichtskursus von Kirsten Hemesath aus der Jahrgangsstufe 11 der gymnasialen Oberstufe der Hüberts´schen Schule in Hopsten hat die Lorbeeren seiner Arbeit geerntet: Die Schüler und ihre Tutorin haben mitgemacht beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Und sie haben einen Landessieg errungen. Plus 250 Euro für die Klassenkasse.
Zur Preisverleihung geht es nach Bonn. 6.20 Uhr ist Treffen an der Schule. Viel früher, als es sonst in den Unterricht geht. Im Haus der Geschichte auf der Bonner Museumsmeile ist die Siegerehrung. Bei der sind die Hopstener zu früh, aber alles andere als alleine. 78 Arbeiten werden ausgezeichnet, Stehvermögen und Geduld sind gefragt. Denn einfach nur Urkunden übergeben und Händeschütteln gibt es nicht. Schließlich ist es ein bedeutender Wettbewerb.
Christian Wulff ist zwar nicht da, dafür aber andere wichtige Menschen wie etwa NRW-Schulministerin Ute Schäfer, Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Mitglieder der Körber-Stiftung, die den Wettbewerb von Beginn an mit initiiert und Ralph Caspers. Der Moderator von Sendungen wie „Wissen macht Ah!“ sorgt für den ersten Lacher beim durchweg jungen Publikum. Er berichtet von ganz privaten Problemen des Martin Luther und seines Hinterteils. Die Gäste haben Spaß, einzig die Ministerin runzelt erstaunt die Stirn. Doch Caspers Kommentar passt zum Thema des Wettbewerbs: „Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte“. Ein kleiner Aufreger seien, sagt der Fernsehmann, auch die einst so freizügigen Äußerungen von Herrn Luther gewesen.
Die Hopstener hingegen haben sich in ihrem Beitrag mit anderen Dingen beschäftigt. Sie recherchierten zu einem Giftmüllskandal auf dem Dickenberg, der vor rund 27 Jahren Schlagzeilen machte. Eine Zeitleiste mit entsprechenden Artikeln und Dokumenten, ein Modell des Schrottplatzes, auf dem der Giftmüll illegal entsorgt wurde, und ein 47-minütiger Film sind das Ergebnis von monatelanger Arbeit. Tutorin Kirsten Hemesath ist überzeugt, dass gerade der Film ein Pluspunkt der Hopstener war. Das Thema Giftmüll wurde nämlich mehrfach aufgegriffen.
Die Hopstener sind die einzigen Schüler aus dem Tecklenburger Land, die am Dienstag einen Preis bekommen. Das gesamte Münsterland hingegen ist sehr stark vertreten. Insgesamt wurden mehr als 3000 Arbeiten der Jahrgangsstufen drei bis 13 aus ganz Nordrhein-Westfalen eingereicht.
Ein Video zur Preisverleihung in Bonn wird Dienstag, den 19.07.2011, im Laufe des Vormittages auf www.mazztv.de zu sehen sein.

 

Quelle: IVZ Online, Antje Raecke (URL: http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_steinfurt/hopsten/1588526_Hopstener_Schueler_holen_sich_mit_Giftmuell_den_Landessieg_in_Bonn.html am 19.07.2011)

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