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Mit gebratenen Nudeln Chinesisch lernen

Gebratene Nudeln in der Schulküche - klingt erst einmal nach Hauswirtschaftskurs, ist aber die Chinesisch-AG der Hüberts‘schen Schule.

Die Jugendlichen lernen dabei nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur kennen. Wie das Essen.

In der Luft liegt ein Geruch nach Sojasoße und gebratenem Gemüse. Frühlingszwiebeln, Karotten und Sojasprossen brutzeln gerade in den Pfannen, unter den wachsamen Augen der Schülerinnen und Schüler. Ausgestattet mit Pfannenwender und Rezept warten sie darauf, die asiatischen Nudeln zum Gemüse in die Pfanne zu geben. Schließlich sollen am Ende der Stunde gebratene chinesische Nudeln auf dem Teller landen.

Die Idee, mit ihrem Differenzierungskurs zu kochen, hatten Ida Koops und Lisa Lüttmann - denn ein Hauswirtschaftskurs sind sie eigentlich nicht und so gut wie alle Schüler waren zum ersten Mal in der Schulküche. Zur Auswahl standen für die Stunde neben den gebratenen Nudeln auch noch Pekingsuppe oder Frühlingsrollen, erzählt Lisa.

Die Liste an Gerichten verrät vielleicht schon, mit welchem Kurs die Elftklässler der Hüberts‘schen Schule an dem Vormittag in der Küche sind: der Chinesisch-AG. Angeboten wird diese als Teil des Differenzierungsbereiches, erklärt Lehrerin Anne Jacobs, zu dem auch Gesundheitskurse, der Besuch im Fitnessstudio oder Philosophie gehört. Wählen können die Kurse Schüler, die bereits vorher vier Jahre eine zweite Fremdsprache gelernt haben - eine Voraussetzung für das Abitur.

Chinesisch statt Spanisch
„Ich hatte sechs Jahre Spanisch“, erzählt Ida. Also hatte sie freie Wahl bei den Differenzierungskursen. Und hat sich für Chinesisch entschieden. „Ich fand Chinesisch gut“, sagt auch ihre Mitschülerin Jette Kamphus. Es sei einfach mal etwas anderes - da stimmen ihr Lea Schuhmacher und Carolina Plake zu.
In dem Kurs geht es nicht einfach nur darum, die Sprache zu lernen. Vielmehr wirft Jacobs mit ihren Schülern einen Blick auf das Land und seine Kultur. Und fragt auch ihre Schüler, was sie machen möchten - wie beim Kochen. „Man kann kreativ sein“, sagt Ida. „Es ist abwechslungsreich.“ Da stimmt ihr Lea zu: „In der Chinesisch-AG können wir oft machen, was wir wollen. So ist auch die Idee mit dem Kochen zustande gekommen.“

Kultur und Sprache
Der Kurs soll eine Mischung aus Sprache und Kultur sein, erklärt ihre Lehrerin Anne Jacobs. Besprochen haben sie seit dem Sommer schon einiges. Zum Beispiel das Schulsystem, das ganz anders als das deutsche ist und viel mehr Druck auf die Schüler aufbaut, erzählt Lisa. Oder über die Ein-Kind-Politik, ergänzt Ida. Oder eben über chinesisches Essen.
Aber natürlich haben die Elftklässler auch schon die ersten Worte in der Fremdsprache gelernt. Wie die Zahlen von Eins bis Zehn, sagt Carolina. Damit konnten ihre Schüler auch schnell die Monate, erklärt Jacobs. Denn diese haben keine eigenen Namen, sondern heißen einfach erster Monat, zweiter Monat und so weiter.

Dabei ist das Sprechen sehr viel einfacher als das Schreiben, sind sich Ida und Lisa einig. Viele Schriftzeichen sehen sehr ähnlich aus, hat Ida schon festgestellt. Geübt haben sie das Schreiben zwar. Aber einfach so ein Schriftzeichen aufmalen, das könnten die beiden nicht. Anders sieht es beim Sprechen aus. Sich gegenseitig vorstellen, das können die beiden einfach so.

Keine Noten
Bei dem Differenzierungskurs geht es aber auch gar nicht darum, dass ihre Schüler am Ende des Jahres ein bestimmtes sprachliches Level erreicht haben müssen, sagt Jacobs. Es gibt keine Vokabeln, die auswendig gelernt werden müssen, keine Tests und keine Noten. Nach einer Stunde, in der die Sprache gelernt wurde, geht es in der nächsten um die Kultur.
So sind die Schülerinnen und Schüler der Chinesisch-AG auch in der Schulküche gelandet. Schließlich ist das Essen ebenfalls ein wichtiger Teil der Kultur eines Landes. Allerdings galt es, bei der Frage, was gekocht werden soll, einige Einschränkungen zu beachten. Nicht nur muss es in einer Schulstunde fertig werden, auch musste es einfach genug für die jungen Köche sein. Und allen schmecken, auch den Vegetariern im Kurs. Lange dauerte es an dem Vormittag nicht, bis die ersten ihre Nudeln auf den Tisch stellen konnten. Und sich damit letztlich kulinarisch mit China und seiner Kultur beschäftigen konnten.


IVZ 03.12.2025