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Der 1. und 2. Weltkrieg

Vor dem 1. Weltkrieg wurde der Hüberts´schen Schule als Realschule mit Handelsfächern das Recht verliehen, nach erfolgreicher Ablegung der Abschlussprüfung das sog. "Einjährige" zu bescheinigen. Im Jahre 1920 wurde das Schulsystem den allmählich entstehenden öffentlichen Wirtschaftsschulen angeglichen und in eine dreijährige Handelsschule, aufbauend auf dem 7. Jahrgang der Volksschule, mit der "Mittleren Reife" als Abschluss umgewandelt. Dieser Schultyp herrschte mit kleinen Abwandlungen bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges vor.
Das zu dieser Zeit herrschende politische System war den Privatschulen im allgemeinen und den konfessionell gebundenen im besonderen nicht gut gesonnen. Die Folge hiervon waren Umstände, die die Schließung des Schul- und Internatsbetriebes im Jahre 1940 unvermeidlich machten. Das Inventar und der größte Teil der Einrichtungen der Schule und des Schülerheimes wurden enteignet oder ohne jede Entschädigung verwohnt. Wehrmachtsverbände und - nach der Kapitulation - polnische Staatsangehörige mussten dort beherbergt werden.
Nach Kriegsende (1945) gelangten die Einrichtungen der Schulkapelle, die bis 1940 regelmäßig für Schulgottesdienste genutzt wurde, teils an das Elisabeth-Krankenhaus in Schapen, teils wurden sie von der Gemeinde Ostenwalde für deren geplanten Kirchenneubau übernommen

Die Nachkriegsjahre

Im Jahre 1947 gelang es, einen Teil der Schulgebäude frei zu bekommen und den Unterricht im kleinen Rahmen wieder aufzunehmen. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Schule - wie alle öffentlichen Handelsschulen in Niedersachsen - zweijährig mit staatlicher Abschlussprüfung (Mittlere Reife) geführt. Außer der staatlich anerkannten Zweijährigen Handelsschule wurde zudem eine Förderstufe als einjährige kaufmännische Ergänzungsklasse unterhalten. Aufgabe dieser Einrichtung war es, Schüler mit nicht ausreichender Vorbildung auf den Besuch der Zweijährigen Handelsschule vorzubereiten und innerhalb eines Jahres kaufmännische Grundkenntnisse zu vermitteln. Dies war vor allem für kleinere und mittlere Handelsbetriebe sowie für die Vorbereitung auf eine spätere Tätigkeit in der Landwirtschaft interessant.
Aus schulpolitischen Gründen erfolgte 1972 eine Verlegung des Schulbetriebes nach Hopsten. Dabei wurden die Klassen teils im Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule (Schulzentrum), teils in der alten Volksschule (Aa-Schule) an der Recker Straße untergebracht. Das Internat in Schapen wurde bis 1981 weitergeführt. Ein Bus-Pendelverkehr sorgte für die reibungslose Beförderung der Schüler. Nach 134 Jahren war damit die Geschichte der Hüberts´schen Handelsschule für Schapen leider zu Ende gegangen.
Die Gebäude der Handelsschule Schapen stehen heute unter Denkmalschutz. Lange Zeit erhoffte man eine neue Nutzung. Schließlich wurde das Anwesen im Januar 1996 vom Christopheruswerk Lingen mit allen Grundstücken und Gebäuden (außer der Villa Swoboda) aufgekauft und damit aus seinem langjährigen Tiefschlaf geholt. Das Christopheruswerk hat dort zwischenzeitlich ein Wohnheim für behinderte Menschen errichtet.

Die Hüberts´sche Schule bis Ende der 80er Jahre

Diplom-Handelslehrer Lothar Schumacher hat sich und seiner Schule bis weit ins Emsland hinein einen Namen gemacht. Dies gilt vor allem für die Zeit ab 1972, als er die alte Internatsschule von Schapen nach Hopsten verlegte und kurz darauf das Bildungsangebot der Hüberts´schen Handelsschule um den Zweig der Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft (Fachhochschulreife) ergänzte.

Die 90er Jahre

Nach über 30jähriger Tätigkeit als Schulleiter trat Dipl.-Hdl. Lothar Schumacher zum Ende des Schuljahres 1990/1991 in den Ruhestand. Nach Genehmigung durch die Bezirksregierung Münster wurde Oberstudiendirektor Alfons Ahlers mit Beginn des Schuljahres 1991/1992 zum neuen Schulleiter ernannt.
Mit großer Unterstützung der Gemeinde Hopsten und der Hopstener Haupt- und Realschule war es der Hüberts'schen Schule im Jahre 1994 möglich, den Unterrichtsbetrieb komplett in das Hopstener Schulzentrum zu verlegen.
Unter der Leitung von A. Ahlers wurde zu Beginn des Schuljahres 1994/95 die gymnasiale Oberstufe mit wirtschaftsberuflichem Schwerpunkt eingerichtet. Die in Hopsten eingerichtete gymnasiale Oberstufe unterscheidet sich hinsichtlich Aufbau und Abschluss kaum von herkömmlichen Gymnasien - die Absolventen erwerben mit erfolgreicher Abschlussprüfung das Vollabitur, das zum Studium aller Studienfächer an allen Hochschulen in Deutschland berechtigt. Ein Unterschied ist allerdings hinsichtlich des Fächerangebotes gegeben. Neben allgemeinbildenden Fächern, wie z. B. Deutsch oder Religionslehre, gehören an der Hüberts'schen Schule wirtschaftsberufliche Fächer zu den Pflichtfächern. Damit werden die Schüler hier nicht nur einseitig auf ein Studium vorbereitet, durch die hohe Qualifizierung - sowohl im allgemeinbildenden als auch im berufsbildenden Bereich - haben die Absolventen sicherlich auch im Wettlauf um anspruchsvolle Ausbildungsplätze gegenüber Schülerinnen und Schülern, die an herkömmlichen Gymnasien ihr Abitur erlangt haben, enorme Vorteile.

Ab dem Jahr 2000

Im Jahr 2001 wurde mit dem fremdsprachlichen Schwerpunkt eine weitere Variante der gymnasialen Oberstufe eingerichtet. Schülerinnen und Schüler, die sich für diesen Bildungsgang der gymnasialen Oberstufe entscheiden, haben die Möglichkeit, neben der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) einen Berufsabschluss zum Fremdsprachenkorrespondenten zu erlangen.
Insbesondere durch die gymnasiale Oberstufe sind die Schülerzahlen kontinuierlich angestiegen. Deshalb war bereits im Jahr 1999 eine erste Erweiterung des Schulgebäudes erforderlich geworden. Im Jahr 2009 wird bereits der achte Bauabschnitt zur Erweiterung des Schulgebäudes der Hüberts'schen Schule fertiggestellt
Da die Gemeinde Hopsten der Hüberts’schen Schule im Kalenderjahr 2010 Mittel aus dem Konjukturpaket II zur Verfügung gestellt hat, war es in den Sommerferien möglich, die letzte Ausbaustufe eines schon seit einigen Jahren konsequent voran getriebenen Modernisierungsprozesses in der Klassenraumausstattung abzuschließen. Kern war dabei die Ablösung der klassischen Kreidetafel durch ein interaktives Tafelsystem, das neben allen klassischen Tafelfunktionen noch eine Menge mehr zu bieten hat.
Die ActivBoards stellen einen zentralen Baustein im Medienkonzept der Schule dar. Zusammen mit einem Beamer, einem PC und Aktivboxen ermöglichen sie die Einbindung medialer Inhalte nahezu jeder Form in den Unterricht. Die interaktive Tafel dient dabei im einfachsten Fall als zentrale Projektionsfläche für die Wiedergabe von Filmen, Internetseiten, Präsentationen und weiteren Dateitypen, bietet aber bei jeder dieser Anwendungen immer die Möglichkeit nicht nur zu präsentieren, sondern auch direkt über das Board zu steuern.
Zum Schuljahr 2011/12 wird an der Hüberts'schen Schule mit dem sog. "Sportabitur" eine weitere Variante der gymnasialen Oberstufe eingerichtet. Um den Schülerinnen und Schülern ein optimales Sportangebot zu bieten, hat die Hüberts'sche Schule seit Sommer 2010 die Möglichkeit Teile des Sportunterrichts in einem Fitnessstudio zu erteilen.  Die vereinbarte Kooperation mit Vitalis bildet eine hervorragende Grundlage für einen erfolgreichen Start des neuen Bildungsganges.
Mit Schreiben vom 16.01.2014 hat die Bezirksregierung Münster der Hüberts'schen Schule zum Schuljar 2014/15 die Genehmigung zur Errichtung einer Realschule erteilt.  Als private Angebotsschule bietet die Hüberts'sche durch die Erweiterung um den Realschulzweig
nun die Möglichkeit, den Realschulabschluss, die Fachhochschulreife und die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Somit können ab dem kommenden Schuljahr alle schulischen Bildungsabschlüsse in Hopsten erreicht werden.

Die Schule in ihrer heutigen Form erfreut sich einer großen Beliebtheit. Dies zeigt nicht zuletzt die Entwicklung der Schülerzahlen.

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